Die Route verläuft hinter der Adolf-Pichler-Hütte Richtung Süd-West über den Grat des Sonntagsköpfl hinaub in das nächste Tal. Dort folgt ein kurzer Aufstieg zum Kreuzjöchl und von hier hinab ins Fotscher Tal zur Potsdamer Hütte.
Alternativ hatte ich eine schwierige Tour geplant mit über das Seejöchl und der Überschreitung des Gamskogel (2659m), Steinkogel (2589m) durch das Sendersjöchl über das Schwarzhorn (2812m).
Gutes Wetter setzt sich durch, evtl. Quellwolken an den hohen Gipfeln. Keine Schauer mehr. Abends evtl. schon wieder heiter.
Beschreibung der Tour
Da auch die heutige Tour wieder weniger anspruchsvoll werden würde haben wir einmal den Wecker erst um 6:45 Uhr klingeln lassen, um dann um 7:30 Uhr zu frühstücken. Mit viel Zeit sind wir dann gegen 8:30 Uhr aufgebrochen.
Gegen 10 Uhr hatten wir den ersten Bergkamm bezwungen und waren im Tal an einem Bachlauf angekommen. Da wir heute überhaupt keinen Stress hatten haben wir uns dort ungefähr eine Stunde Zeit genommen um in dem Bach einen Damm zu bauen.
Gegen 11 Uhr ging es dann wieder los und hoch in Richtung Kreuzjöchl. Dort haben wir unsere Brotzeit gemacht und dann die Rucksäcke abgelegt und sind ohne Gepäck zum Gipfel des Schaflegers hoch gegangen. Martin musste dazu aber mit einer Gipfelschokolade, die er noch aus Innsbruck im Rucksack hatte locken.
Am Gipfel konnte man dann auch schon unser Ziel sehen. Nach dem Abstieg ins Fotscher Tal und kurzem Aufstieg zur Potsdamer Hütte waren wir am frühen Nachmittag dann auch schon am Ziel.
Den Rest des Tages haben wir mit Ausruhen, Schokokuchen mit Heißer Schokolade mit Schlag und Spielen verbracht.
Zum Abendessen gab es dann schon wieder Frittatensuppe, ein Gulasch mit Reis und einen Topfenkuchen zum Nachtisch.
Wechselhaft mit längeren trockenen Phase, Nachmittags wieder verstärkt mit Schauern zu rechnen.
Beschreibung der Tour
Da die heutige Etappe nicht sehr lange bzw. wetterabhängig ist konnten wir an diesem Tag auch mal ordentlich ausschlafen. Gegen 9 Uhr haben wir uns dann ein kleines Frühstück vom Bäcker bzw. Supermarkt organisiert und gemütlich in unserem Zimmer gegessen.
Unser Zimmer mussten wir bis 11 Uhr räumen, also ging es gegen 11 Uhr wieder zum Bahnhof von Innsbruck, um dort den Bus nach Grinzens (Haltestelle Grinzens Abzweig Kemater Alm) zu nehmen. Dort sind wir dann gegen 12 Uhr angekommen und haben uns an den kurzen Aufstieg zur Adofl-Pichler-Hütte gemacht.
Auf einer Mautstraße ging es beständig bergan. Die Straße wurde aber auch immer wieder von Autos befahren. Kim hat ein derartiges Tempo vorgelegt, sodass wir uns nach kurzer Zeit aus den Augen verloren haben. Dann hat uns auch noch ein kurzer Regenschauer erwischt. Nach einem drittel der Strecke haben wir an einem Brotzeithäuschen mit Wildkamera dann eine kurze Pause mit Brotzeit eingelegt.
Das zweite Drittel des Aufstiegs haben wir dann bei besserem Wetter und gemeinsam im Wettkampftempo bewältigt und sind etwas außer Atem an der Kemater Alm angekommen. Hier haben wir uns endlich den ersten Kaiserschmarrn und dazu Heiße Schokolade mit Schlag gegönnt.
So gestärk ließ sich dann auch das letzte Drittel der Tour zur Adolf-Pichler-Hütte entlang dem „Griesbach“ ohne Probleme bewältigen.
Kim am Griesbach
Das Wetter war mittlerweile heiter, aber relativ kühl auf 1977m. Obwohl wir erst den Kaiserschmarren gegessen hatten hatte Kim gleich nach der Ankunft auf der Adolf-Pichler-Hütte schon wieder Hunger und hat bis zum Beginn des Abendessens genervt.
Das Abendessen war dann dann beste, was wir auf unserer gesamten Tour bekommen hatten. Als Vorspeise gab es eine Frittaten-Suppe. Die Flädle waren hauchdünn geschnitten und sehr schmackhaft. Als Hauptgericht gab es ein superzartes und saftiges Cordon-bleu mit Kartoffelsalat. Dazu gab es einen grünen Salat mit einem leckerem Dressing. Zum Nachtisch wurde ein Grießschnittchen mit warmer Preiselbeer-Soße serviert.
Vom Hallerangerhaus dem Adlerweg folgenden zum Lafatscher Joch, über den Wilde-Bande-Steig zum Stempeljoch. Von dort aus der Innsbrucker Nordkette folgenden über die Arzler Scharte, Mandlscharte, Mühlkarscharte, Gleirschjöchl zur Alpenlounge Seegrube, um dort mit der Seilbahn nach Innsbruck zu fahren.
Alternativ für schlechtes Wetter habe ich den Abstieg vom Lafatscher Joch durch das Halltal hinab nach Hall in Tirol geplant. Dort mit der S-Bahn nach Innsbruck.
Durchzug einer Kaltfront mit Regen jederzeit möglich, ab 9 Uhr vereinzelt Gewitter möglich.
Beschreibung der Tour
Der Wecker hat wieder um 6:15 Uhr geklingelt und auch an diesem Tag waren wir um 7 Uhr beim Frühstück mit fertig gepackten Rucksäcken. Um 07:30 Uhr sind wir dann Richtung Lafatscher Joch aufgebrochen.
Das Lafatscher Joch (2081m) haben wir dann um 08:30 Uhr erreicht. Zu diesem Zeitpunkt war das Joch noch wolkenfrei.
Lafatscher Joch noch ohne Nebel.
Aufgrund des Wetters haben wir uns dann für den Abstieg über das Halltal entschieden, da wir nicht auf ca. 2000 Metern im Nebel bzw. Regen mit Gewitterrisiko umherirren wollten.
Schon 20 Minuten später war das Lafatscher Joch dann im Nebel, ebenso wie das Stempeljoch, was die nächste Station gewesen wäre.
Stempeljoch bereits in Wolken gehüllt.
Vorbei an der Herrenhäusern und den teilweise noch genutzten Bergbauanlagen im Halltal ging es dann an den Abstieg von ca. 1500hm bergab nach Hall in Tirol.
An der Ochsenbrücke auf ca. 1330m an der dort beginnenden Straße haben wir dann unsere Brotzeit-Pause gemacht und wollten uns eigentlich von einem Taxi abholen lassen, um nicht schon wieder so viele Meter absteigen zu müssen. Leider stellte sich heraus, dass die Taxi-Unternehmen nicht die Berechtigung haben, ins Halltal einzufahren, und uns lediglich vor der Mautstelle auf ca. 800m abholen konnten.
Wir mussten also wohl oder übel weiter absteigen. Zu allem Überfluss begann es nun auch zu regnen. Wir hatten aber dann doch noch Glück und nach ca. 10 Minuten kam ein Bauer mit seinem Radlader aus einer Seitenstraße. Dieser hat uns dann auf seiner Schaufel ca. 3,5 Kilometer und fast 500 hm bis nach Absam zum Parkplatz mitgenommen.
Von dort aus sind wir dann noch durch Absam nach Hall zum Bahnhof gelaufen. Es hatte auch wieder aufgehört zu regnen. Mit der S-Bahn sind wir nach Innsbruck zum Bahnhof gefahren und von dort noch zu unserer Unterkunft direkt in Bahnhofsnähe, wo wir gegen Mittag angekommen sind.
Nach zwei Tagen mit fast 3000hm Abstieg konnten wir uns nun zwei halbe Tage ruhe gönnen, da auch am nächsten Tag nur ein relativ kurzer Aufstieg bevorstand.
Nachdem wir erst mal geduscht hatten ging es dann nach Innsbruck in eine Pizzeria zum Mitagessen. Kim hat dort das erste mal eine Calzone gegessen und war begeistert.
Abends haben wir dann in unserem Zimmer „Tom & Jerry“ sowie die „Looney Toons“ geschaut.
Die Etappe verläuft hinter dem Karwendelhaus bergan in das Schlauchkar bis zum Schlauchkarsattel mit der Birkkarhütte. Dort kann der Gipfel der Birkkarspitze (zus. 100 hm) bestiegen werden. Vom Schlauchkarsattel durch das westliche Birkkar verläuft der Abstieg in das Hintarautal. Von dort dem Lafatscher Bach folgenden hinauf zur Hallerangerhütte.
Als Alternative für schlechtes Wetter habe ich eine Tour über die Ödkarscharte, Seekarscharte, Breitgrieskarscharte geplant, welche nicht über die Birkkarspitze läuft, dafür aber wesentlich länger und auch mehr Höhenmeter hat. Im Nachhinein wahrscheinlich nicht wirklich als Schlechtwetter-Alternative anzusehen, weil auch relativ hohe Passagen enthalten sind.
Heute klingelt der Wecker um 6:15 Uhr. Martin stellt auf einmal fest, dass er einen seltsamen, schmarzhaft juckenden Ausschlag an den Beinen auf der Höhe der Schuhe hat. Sollte in den Socken irgendwas sein, was die Haut auf einmal nicht verträgt? Er hat erst mal die Socken gewechselt in der Hoffnung dass der Ausschlag wieder weg geht.
Pünktlich um 7 Uhr waren wir dann fertig gepackt und angezogen beim Frühstück. Laut dem Tourenbuch auf dem Karwendelhaus handelt es sich bei der für heute geplanten Tour um die schönste und längste Tour im Karwendel. Deshalb wollen wir natürlich so früh wie möglich aufbrechen. Direkt nach dem Frühstück ging es dann auch um 7:30 Uhr los.
Gleich nach der Hütten kam auch schon die erste steile, versichert Stelle auf der die ersten Kletterkünste gefragt waren.
Den langen Aufstieg über das Schlauchkar konnten wir dank der frühen Zeit dann größtenteils im Schatten gehen. Als die Sonne nach ca. 600 hm dann über den Bergkamm auch in das Schlauchkar kam haben wir die erste Pause in den waren Sonnenstrahlen gemacht.
Die zweite Pause mit Brotzeit haben wir dann an der Birkkarhütte, einem Notbiwak ca. 100 m unterhalb des Gipfels gemacht.
Um auf den Gipfel zu kommen hat es dann auch etwas Überredungskunst gebraucht:
Martin: „Bekomme ich den Riegel aus dem Lunchpaket?“
Kim: „Nee!“
Martin: „Gifpel?“
Kim: „Nee, ohne mich!“
Martin: „Wir teilen uns den Riegel auf dem Gipfel!?“
Kim: „Ich esse den Riegel auf dem Gipfel!“
Martin: „Darf ich den Riegel hoch tragen? ;-)“
Kim: „Nee!“
Dialog an der Birkkarhütte
Den versicherten Weg auf den Gipfel haben wir dann ohne Rucksack gemacht und am Gipfel hat Kim dann auch den Riegel alleine gegessen.
Gipfel Birkkarspitze
Nachdem wir an der Birkkarhütte wieder unsere Rucksäcke aufgenommen haben ging es an den Abstieg von fast 1500 Höhenmetern. Der Abstiegt durch schwieriges Gelände ging am Anfang zunächst recht zügig. Teilweise konnten wir durch den Schutt „abfahren“, wurde dann aber zunehmend anstrengend. Bei einer Höhe von ca. 2350m haben wir dann eine weitere kurze Pause gemacht.
Bei ca. 1700m an einem kleinen Wasserfall haben wir dann noch eine Pause gemacht und die Füße erst mal in dem eiskalten Wasser abgekühlt. An dem Wasserlauf waren zahlreiche Schmetterlinge, die sich schön fotografieren lassen haben.
Da die fast 1000 hm Abstieg bis hier schon ziemlich anstrengend waren haben wir hier eine etwas längere Pause gemacht. Gemeinsam haben wir am Wasser einen Damm gebaut, es sollte nicht der letzte gewesen sein.
Etwas ausgeruht ging es dann an die letzten ungefähr 400 hm Abstieg, bis eine kurze Schrecksekunde uns nochmal zum Anhalten zwang. Auf dem Weg haben wir gerade einen Alpensalamander beobachten, als von rechst plötzlich eine Schlange, vermutlich eine Kreuzotter, über den Weg huschte.
Kreuzotter (oben) und Alpensalamander (unten)
Als wir nach ca. 1000 hm Aufstieg und 1500 hm Abstieg endlich im Tal angekommen waren, war das nächste Ziel nicht direkt das Hallerangerhaus, sondern die nahegelegene Kastenalm wo wir uns erst mal mit einem Kaiserschmarrn für restlichen 500hm Aufstieg zum Hallerangerhaus stärken wollten.
Leider gab es an der Kastenalm nicht den ersehnten Kaiserschmarrn und wir mussten uns mit einem hervorragenden Nusskuchen begnügen. So gestärkt ging es dann an den Aufstieg zu unserer heutigen Unterkuft.
Auf dem Weg dort hin hat uns dann nochmal ein kurzer Schauer erwischt, das Wetter hat sich aber dann gleich wieder gebessert.
Kim’s „Kau“-Party am Lafatscher Niederleger
Entlang des Lafatscherbaches, der jungen Isar ging es in weiter in Richtung Hütte.
Nach ca. 9 Stunden sind wir dann endlich auf dem Hallerangerhaus angekommen. Nachdem wir aus den Schuhen raus waren ging es erst mal aufs Zimmer und in die Wohlfühlklamotten bzw. in die Dusche.
Zum Abendessen haben wir die Halbpension mit dem 3-Gänge-Menü gewählt. Es gab einen Salat mit/ohne Karotten, einen Schweinebraten mit Blaukraut mit/ohne Schnittlauch aber immer ohne Soße. Die Küche hat offenbar irgendwie die letzten Reste zusammengekratzt. Das Paar an unserem Tisch hat den Schweinebraten mit Soße aber mit Sauerkraut bekommen und auch einen anderen Nachtisch wie wir. Alles etwas seltsam. Hier wurde aber etwas mehr auf Corona geachtet, also mehr Abstand an den Tischen.
Heiter bis bewölkt mit Schauerneigung gegen Nachmittag/Abend
Beschreibung der Tour
Aufstehen um 3 Uhr früh, um mit dem Zug um 04:09 Uhr von Oberkotzau in den Regional Express über Weiden nach Nürnberg zu steigen. Vor Nürnberg hat es erst mal richtig zu regnen angefangen. Gefahren wurde der Zug von einem ehemaligen Nachbarn, den wir in Nürnberg am Bahnhof beim Frühstücken (41 Minuten Umstiegszeit) getroffen haben. Um 07:02 sind wir mit dem ICE weiter nach München (08:07 Uhr) gefahren, um dort um 08:32 Uhr weiter in den Regionalzug nach Scharnitz zu steigen. Dort sind wir leider erst mal in den falschen Zugteil gestiegen. In Garmisch hatten wir aber die Möglichkeit, in den richtigen Zugteil, der über Mittenwald nach Scharnitz fährt umzusteigen. Mit kurzer Verspätung sind wir um 10:40 Uhr sind wir dann endlich in Scharnitz angekommen.
Hier wollten wir uns für die Tour zum Karwendelhaus erst mal mit einer Brotzeit beim Bäcker versorgen, mussten aber dann feststellen, dass in Österreich ein Feiertag war, und der Bäcker leider geschlossen hatte. An der Tankstellen habe wir dann aber eine Packung Butterkekse ergattern können.
Dann ging es endlich los. Zunächst durch den Wald über einen etwas steileren Pfad an einer Kapelle vorbei und dann auf die „Forstautobahn“ ins Karwendelgebirge hinein.
Nach ungefähr einem Drittel der Strecke haben wir ein schönes Plätzchen am Fluss gefunden, wo wir erst mal gemütlich eine Pause eingelegt haben.
Nach einer zweiten Pause musste wir dann mal kurz die Regenkleidung anlegen, weil ein kurzer Schauer durchgezogen ist. Nach 10 Minuten war aber alles vorbei und es kam auch gleich die Sonne wieder raus. Nun konnten wir auch schon unser Etappenziel, das Karwendelhaus am Ende des Tals auf dem Bergrücken erkennen.
Vor der Hütte musste aber nochmal ein ordentlicher Anstieg bewältigt werden. Hier gab es zum glück einen Wanderweg durch die Latschen, sodass wir für das letzte Stück die „Forstautobahn“ verlassen konnten.
An der Hütten angekommen wurde erst mal das Zimmer bezogen, um dann gleich anschließend auf der Terrasse vor der Hütte einen Pflaumenkuchen mit Sahne und herrlicher Aussicht zu genießen.
Kim musste sich dann noch umgedingt mit kaltem Wasser die Haare waschen. Sehr gefreut hat sie sich über ihre bequemen Hosten und den Pullover, der noch in den Rucksack gepasst hat. Diese Garnitur hat sie sich mit vergnügen nach jeder geschafften Tagestour angezogen.
Zum Abendessen haben wir am ersten Tag auf die 4-Gänge-Halbpension verzichtet und uns für ein Essen von der Karten entschieden. Kim hatte eine Backerbsensuppe und einen Wurstsalat mit Essig, Martin eine Champignoncremesuppe und Spaghetti Bolognese. Draußen gab es nochmal einen kräftigen Regenschauer.
Nach dem Abendessen haben wir uns dann ganz schnell auf unser Zimmer verzogen, weil die Gaststube mittlerweile hoffnungslos überfüllt war. Corona-Schutzmaßnahmen außer bei den Angestellten (Gesichts-Visir) war hier keine Spur, und Abstände oder Schutzwände an den Tischen wurden auch nicht sichergestellt. Im Gegenteil, es wurden sogar noch zusätzliche Tische und Stühle in den Gastraum gebracht, weil immer noch mehr Gäste kamen. Gleich am Anfang eine etwas verstöhrende Szenerie.
Die Reservierung der Unterkünfte war über das Internet heutzutage sicherlich wesentlich einfacher als „früher“, aber dennoch alles andere als einheitlich. Einige Unterkünfte konnten über „booking.com“ gebucht werden, manche Hütten akzeptieren Reservierungen über das Buchungsportal der Alpenvereine, andere per E-Mail und manche Hütten muss man telefonisch reservieren.
Nicht für alle Touren eine Alternative
Durch die „Reservierungs-Pflicht“ musste die Tour wie gesagt in engen Grenzen bzw. nach einem streng vorgegebenen Plan durchgeführt werden. Zum Beginn der Tour war aber klar, dass hauptsächlich dadurch nicht wie eigentlich notwendig für sämtliche Touren eine Alternative gefunden werden konnte, weil das teilweise einfach nicht möglich war bzw. in unrealistischen Alternativen (Gehzeit) endete.
Touren in Südtirol schlecht geplant
Außerdem ging ich mit dem Gefühl an den Start, dass die Etappen im dritten Drittel der Tour nicht besonders gut geplant waren. Es hatte sich während der Planungs-Phase der Eindruck aufgedrängt, dass die Hütten-Infrastruktur in Südtirol „dünner“ als in Tirol/Österreich ist, und somit weiteren bzw. anspruchsvollere Tagesetappen ergeben hatten. Aufgrund der kurzfristigen Planung wurde dieser Umstand letztendlich aber in Kauf genommen.
Ausblick
Schließlich sollte sich herausstellen, dass die Tourenplanung am PC bestimmte Aspekte u.U. nicht berücksichtigt, bzw. mit besonderem Augenmerk versehen müssen. So wurden nämlich sowohl von der Software, als auch vom Bediener, die Übergänge über Gletscher nicht wirklich als solche berücksichtigt, bzw. mit der notwendigen Aufmerksamkeit bedacht.
Es sollte sich aber auch herausstellen, dass trotz „Reservierungs-Pflicht“ und eine Planung in engen Grenzen auf der Tour dennoch eine gewisse Flexibilität und die Möglichkeit zur Umplanung ergeben hat
endlich geht’s los …
Nun wurde aber genug zur Vorbereitung gesagt und wir begeben uns endlich auf die Tour.
Nachdem jetzt viel über die Theorie gesprochen wurde möchte ich mich einmal etwas den praktischen Aspekten der Tour widmen. Zu den einzelnen Stichpunkten hier ein paar Gedanken.
Karten / Navigation
Bei einer Tour über mehrere Wochen über weite Strecken ist unter Umständen nicht sinnvoll, das Kartenmaterial für die gesamte Tour mitzuführen. Auf der anderen Seite ist es auch keine gute Idee, die Tour ganz ohne Kartenmaterial durchzuführen.
An dieser Stelle kommt wieder die Digitalisierung ins spielt, und wie schon bei der Tourenplanung die alpenvereinaktiv-App. Diese bietet nämlich die Möglichkeit, entsprechendes Abo vorausgesetzt, die (Alpenvereins-) Karten offline auf das Smartphone zu laden, und so in digitaler Form mitzuführen.
Jetzt kann so ein Smartphone natürlich auch einmal versagen, oder verloren gehen, weshalb aus Sicherheitsgründen einfach ein Zweites mit der selben App und ebenfalls heruntergeladenen Karten eingepackt wurde.
Smartphone / Foto
Obendrein bietet die alpenvereinaktiv-App auch die Möglichkeit, sich auf der Tour navigieren zu lassen, um an keiner Abzweigen den falschen Weg zu wählen. Somit gehört das Smartphone zum wichtigen Begleiter auf der Tour.
Darüber hinaus bietet die integrierte Kamera auch gleich die Möglichkeit die gemachten Erfahrungen bildlich festzuhalten. Auf das mitführen eines Fotoapparats konnte dadurch verzichtet werden, was wieder etwas Platz und Gewicht im Rucksack gespart hat.
Wetter(-Bericht)
Eine nicht unwichtige Rolle auf einer so langen Tour spielt das Wetter. Nun ist es zwar in der Regel möglich auf jeder Hütten einen aktuellen Wetterbericht für das Gebiet um die Hütte beim Hüttenwirt zu bekommen, doch für so weite Strecken durch größere Gebiete erscheint es sinnvoll eine Vorhersage für ein größeres Gebiet über mehrere Tage zu haben, und diese regelmäßig zu verfolgen.
Der Deutsche Alpenverein bietet hierfür den Bergwetterbericht auf seiner Internet-Seite an. Um diesen auf der Tour regelmäßig abzurufen bedarf es wiederum eines Smartphones und einer Internet-Verbindung.
Strom / Internet
Der Umstand, dass dem Smartphone ein zentrale Rolle bei der Durchführung der Tour zukommt, rückt die Notwendigkeit der Energieversorgung mehr in den Mittelpunkt der Organisation. Es musste sichergestellt werden, dass für den Zugriff auf die Karten, den Wetterbericht und für Fotos immer genug Akku-Ladung vorhanden ist.
Da wir uns nicht darauf verlassen wollten, dass auf jeder Hütte eine Lademöglichkeit für das Smartphone angeboten wird, haben wir Platz der durch den Fotoapparat im Rucksack frei geworden ist, mit einer Powerbank mit Solar-Lade-Funktion aufgefüllt.
Die Versorgung mit Internet-Verbindung über Mobilfunk bzw. WLAN auf der Tour und auf den Hütten war aber im Vorfeld eine große Unbekannte, und es sollte sich erst während der Tour herausstellen wie es sich damit in der Praxis verhält.
Geld
„Nur Bares ist Wahres“ ist ein altes Sprichwort, gilt aber auf den meisten Alpenvereinshütten auch heute noch. Kartenzahlung wie mittlerweile fast überall „im Tal“ möglich ist auf den Hütten noch eher selten möglich. Daher musste das Geld für die gesamte Tour von Anfang an mitgeführt werden, was sich für eine 3-wöchige Tour mit zwei Personen schon mal schnell auf einen entsprechenden niedrigen dreistelligen Betrag summiert.
Busfahrpläne / Zugticket
Für den „Plan B“ bei den einzelnen Tagesetappen war in einigen Fällen ein Abstieg ins Tal, die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel und der erneute Aufstieg zur Hütte geplant. Dazu mussten natürlich dann auch die entsprechenden Busfahrpläne bekannt sein, damit man auch rechtzeitig an der Bushaltestelle sein kann. Diese waren aber allesamt über das Internet abrufbar und wurden ebenfalls als Download auf dem Smartphone gespeichert.
Das Zugticket für die An- und Abreise wurden ebenfalls im Vorfeld gekauft und auf dem Smartphone gespeichert.
Corona
Nun waren wir im August 2020 mitten in der Corona-Pandemie. Zwar waren im Sommer die Infektions-Zahlen relativ niedrig, es gab aber mit „Reservierungs-Pflicht“ auf den Hütten und entsprechender Regelungen für reduzierte Belegungen auf den Hütten entsprechende Einschränkungen auf den Hütten. Außerdem war unklar ob sich Einreise-Regelungen während der Tour kurzfristig ändern würden, schließlich verläuft die Tour durch drei Länder, Deutschland, Österreich und Italien. Dabei war weniger die „Einreise“ währen der Wanderung das Thema als die Rückkehr nach Deutschland am Ende der Tour. Wäre diese über Italien und Österreich überhaupt möglich, wäre ggf. eine Quarantäne notwendig?
Auf die Befürchtung bzw. die Angst, sich auf der Tour anzustecken war natürlich ein Thema, und dann auch bei der ein oder anderen Situation auf der Tour präsent.
Letztendlich haben wir uns davon nicht die Freude und die Lust auf die Tour verderben lassen und sind das Risiko bewusst eingegangen bzw. haben die Ungewissheit auf uns genommen.
Nachdem ich die ca. 20 Unterkünfte Angefragt und teilweise reserviert hatte, stand ich vor der nächsten Herausforderung. Die Unterkünfte waren teileweise ausgebucht!
Wetterstein raus, Karwendel rein
Ich war also gezwungen meiner Tour noch einmal umzuplanen. Da ich bei der digitalen Tourenplanung aber mittlerweile eine gewisse Routine hatte, war das nicht so problematisch. Zumal eigentlich nur die weiter nördlich gelegenen Hütten der Tour betroffen, also ausgebucht waren.
Nach mehreren E-Mails, Telefongesprächen und teilweise kostenpflichtigen Stornierungen war die Tour dann umgeplant. Gestartet wurde somit in Scharnitz und die Tour verlief nun durch das Karwendel und über Innsbruck zur Winnebachseehütte und dann wie geplant weiter nach Riva del Garda.
Start
Ziel
Distanz
Dauer
Aufstieg
Abstieg
Scharnitz
Karwendelhaus
16,1
05:00
832
0
Karwendelhaus
Hallerangerhaus
13,8
07:15
1418
1445
Hallerangerhaus
Alpenlounge Seegrube (Pension Steu, Innsbruck)
12,8
05:05
931
779
Grinzens
Adolf-Pichler-Hütte
7,9
03:10
1026
0
Adolf-Pichler-Hütte
Potsdamer Hütte
9,7
04:35
1029
998
Potsdamer Hütte
Westfalenhaus
12,4
06:40
1338
1082
Westfalenhaus
Winnebachseehütte
6,2
02:25
515
428
Ruhetag
0
00:00
0
0
Winnebachseehütte
Amberger Hütte
9,4
03:20
492
721
Amberger Hütte
Hildesheimer Hütte
12,8
06:45
1529
764
Hildesheimer Hütte
Schutzhütte Schneeberg
13,8
06:35
768
1313
Schutzhütte Schneeberg
Schutzhütte Hochalm
9,1
03:30
645
828
Schutzhütte Hochalm
Alpshotel Bergland, Pfelders
17,8
06:15
793
1342
Pfelders
Schutzhaus Hochgang
13,5
05:30
1110
896
Schutzhaus Hochgang
Gasthof Edelweiß, Martell
15,5
04:55
524
1332
Martell
Lyfi-Alm
11,8
04:50
1270
401
Lyfi-Alm
B&B Casate di Saent, Coler
18,1
07:15
1273
2042
Ruhetag
0
00:00
0
0
Coler
Hotel Biancaneve, Cogolo
18,5
07:30
1351
1572
Cogolo
Bivacco Serodoli
12,2
05:25
1636
183
Bivacco Serodoli
Sant Antonio di Mavignola (Bus -> Riva del Garda)
10
03:35
50
1299
Gesamt
241,4
18530
17425
Nachdem das Grundgerüst der Tour nun stand, ging es an die genaueren Planungen der einzelnen Tagesetappen. Die Etappen waren aufgrund der Reservierungen und Buchungen fest, es gab also wie gesagt nicht wirklich eine Möglichkeit auf z. B. schlechte Wetterbedingungen mit einem Ruhetag oder einer Umbuchung reagieren zu können.
Plan B bzw. schlechte Bedingungen?
Ich musste also sicherstellen, dass wir an jedem Tag auch das Etappenziel erreichen werden, auch wenn die Bedingungen es nicht zulassen würden, auf dem geplanten Weg ans Tagesziel zu kommen. Es brauchte also auch immer einen Plan B.
Das ist jetzt natürlich keine wirklich neue Erkenntnis. Bei Touren in den Bergen muss man die Touren immer so planen bzw. bei der Durchführung immer in der Lage sein auf sich ändernde Bedingungen oder ungeplangen Ereignisse reagieren zu können.
Was hier aber jetzt neu war bzw. die Sache interessant machte, war der Umstand, dass es keine Option war, nicht am geplanten Tages-Ziel anzukommen.
Ich habe mir also die einzelnen Touren etwas näher angesehen und geschaut, für welche ich einen Plan B brauchen würde. Für diese habe ich dann jeweils nach einer alternative Route gesucht. Es stellte sich dann heraus, dass das in der Regel ein Abstieg ins Tal, die Verwendung von öffentlichen Verkehrsmitteln, und der erneute Aufstieg zur nächsten Hütte war. Nur für einzelne Routen gab es die Möglichkeit einen anderen, z. B. niedriger gelegenen Weg, zu wählen. In diesem Zuge haben sich aber auch schwierigere bzw. attraktivere Wege aufgetan.
Nach weiteren längeren Abenden am PC war schließlich für fast alle Etappen auch ein entsprechender Plan B, also eine Alternative geplant.
Ich möchte hier weniger die Frage beantworten, wie man eine 3-wöchige Alpenüberquerung plant, sondern die Frage, wie ich mich dieser Aufgabe genähert habe.
Welche Route ?
Es gibt zahlreiche, gut dokumentierte Routen auf denen man mit mehr oder weniger Zeitaufwand über die Alpen laufen kann. Bei machen Gesprächen wurde ich auch direkt gefragt, welche dieser Route ich denn gewählt habe. Diese Frage kann mit nur einem Wort beantwortet werden: „Meine!“
Am Anfang stand die Vorgabe von Kim, die lautete „Winnebachseehütte und Gardasee“. Außerdem gab es ein Zeitfenster zwischen dem 14. August bis zum 6. September 2020 von 23 Tagen (Schulferien, Urlaub) in dem die Tour stattfinden musste. Mir war auch klar, dass wir die An- und Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchführen wollen.
Wie plant man „seine“ Route?
Da ich mit den Planungen erst ca. 4 Wochen vor der eigentlichen Tour begonnen hatte, bestand nicht die Möglichkeit, sich sämtliches Kartenmaterial und entsprechende Literatur zu besorgen, um die Tour damit zu planen. Aus diesem Grund habe ich die Planungs-Funktion von alpenvereinaktiv.com zurückgegriffen, um mich einer machbaren Route zu nähern.
Ein paar Anleitungen, wie das mit alpenvereinaktiv.com funktioniert gibt es hier.
Unter Berücksichtigung von täglichen Gehzeiten, Wegstrecken und Höhenmetern habe ich nun stundenlang Touren geplant, geändert, verworfen, neu geplant. Dabei stellte sich schnell heraus, dass die Tour in der zur Verfügung stehenden Zeit eigentlich nicht durchgeführt werden konnte, ohne nicht zumindest teilweise auf öffentliche Verkehrsmittel zurückzugreifen.
Die Tour nimmt Gestalt an
Nach ein paar Tagen entwickelte sich eine Route beginnend in Garmisch durch das Inntal Richtung Winnebachseehütte und von dort aus weiter durch das Passeiertal und das Vinschgau zum Gardasee nach Riva del Garda mit ca. 20 Unterkünften. Die letzten Kilometer sollten dabei aus Zeitgründen mit dem Bus zurückgelegt werden. Auch Ruhetage zur Erholung wurden mit eingeplant.
Normalerweise wäre ich auf so eine Tour mit zwei Personen ohne entsprechende Reservierungen in den Unterkünften gestartet, um flexibel auf die Verhältnisse und die eigene Verfassung reagieren zu können. Jetzt war aber „Corona“ und es stellte sich heraus, dass es eine „Reservierungspflicht“ für Übernachtungen auf den Hütten gab. Auf einer so langen Tour wollte ich nicht das Risiko eingehen, an einer Hütte abgewiesen zu werden. Das bedeutete, dass ich sämtliche Übernachtungen reservieren musste und somit auch fest an den aufgestellten Plan gebunden war, auf etwaige Unwägbarkeiten also nicht flexibel reagieren konnte.
Nachdem ich die ca. 20 Unterkünfte Angefragt und teilweise reserviert hatte, stand ich vor der nächsten Herausforderung. Die Unterkünfte waren teileweise ausgebucht!